Effiziente Verwaltungspraxis für Autokrane

Autokrane sind unentbehrlich für nahezu jedes größere Bauvorhaben. Der Einsatz und insbesondere die Anfahrt der mobilen Bauhelfer muss im Vorfeld jedoch gut geplant und von den zuständigen Straßenverkehrsbehörden genehmigt werden.

Ob eine Straße für einen Autokran geeignet ist, hängt von seinen Maßen, seinem Gesamtgewicht und seiner Achslast ab. In der Rhein-Neckar-Region sind für die Prüfung und Genehmigung eines Autokran-Einsatzes unter Umständen gleich mehrere der insgesamt 24 Erlaubnis- und Genehmigungsbehörden sowie die drei Bundesländer in ihrer Funktion als Baulastträger und Anhörungsbehörden zuständig.

Ein Baustein des Maßnahmenpaketes für eine effizientere Verwaltungspraxis in der Region war die Freischaltung einer digitalen Straßenkarte unter CIO-Patenschaft des Landes Rheinland-Pfalz im Jahr 2014. Für die Metropolregion Rhein-Neckar werden in der Karte erstmals die befahrbaren Hauptrouten für Autokrane abgebildet und je nach Gesamtgewicht die entsprechenden Auflagen dargestellt. Die Evaluation des Projekts im Jahr 2015 zeigte zwar, dass die digitale Karte in ihrer jetzigen Form den Planungs- und Genehmigungsprozess für Autokranunternehmen nur bedingt erleichtert. Dennoch hat der Prototyp einen wertvollen Beitrag geleistet:
Durch die gemeinsamen Arbeiten an der digitalen Straßenkarte sind die Probleme deutlich geworden, die Wirtschaft und Verwaltung bei der Beantragung, Genehmigung und Durchführung von Großraum- und Schwertransporten im Alltag zu bewältigen haben. Außerdem konnte mit Hilfe der digitalen Straßenkarte exemplarisch gezeigt werden, wie im föderalen Kontext länder- und ebenenübergreifend Daten zusammengeführt werden können und welche Herausforderungen sich dabei ergeben. Auf dieser Grundlage könnte nun weiter an der Digitalisierung von Daten für den Genehmigungsprozess gearbeitet werden, etwa bei der Integration von dynamischen Daten wie Baustelleninformationen.

Das Projekt ist Teil des 2010 initiierten Modellvorhabens „Kooperatives E-Government in föderalen Strukturen“. In diesem wird am Beispiel der Metropolregion Rhein-Neckar gezeigt, wie Vernetzung und der sinnvolle Einsatz von IT dazu beitragen, Verwaltungsvorgänge kundenfreundlicher, einfacher, schneller und kostengünstiger zu gestalten. Partner sind die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Weitere Informationen

Straßenkarte Rhein-Neckar:
https://www.arcgis.com/home/webmap/viewer.html?webmap=65fa09bc57a24f6683f6a68a21bfc79c&extent=7.9184,49.1243,9.5375,49.6926

Modellregion für kooperatives E-Government:
https://www.m-r-n.com/verwaltungsvereinfachung