Interkommunales Breitbandnetz IKbit sorgt für schnelles Internet

Breitbandinfrastrukturausbau als Grundlage für die Digitalisierung

Die Digitalisierung nimmt verstärkt Einzug in Unternehmen, Behörden sowie Haushalte und damit in alle Lebensbereiche. Grundlage für die Nutzung der digitalen Möglichkeiten ist die Verfügbarkeit einer hochleistungsfähigen Breitbandinfrastruktur.

Projektsteckbrief

Projektzeitraum:

2011-2014

Ansprechpartner:

Dagmar Cohrs
Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH
Dagmar.Cohrs@wr-bergstrasse.de

Im Kreis Bergstraße ist die Notwendigkeit des Breitbandausbau frühzeitig erkannt worden. In allen Teilregionen ist ab Mitte des Jahres 2017 die erste Stufe des Breitbandausbaus erreicht und flächendeckend schnelles Internet mit bis zu 50 Mbit/s und teils darüber hinaus verfügbar. Dies konnte sowohl durch einen von Kommunen finanzierten Ausbau als auch durch den marktgetriebenen und teils geförderten Ausbau der Breitbandinfrastruktur durch einige Telekommunikationsunternehmen erreicht werden.

Eine Vorreiterrolle hat dabei das Projekt „Interkommunales Breitbandnetz IKbit“ im ländlichen Teil des Kreises Bergstraße eingenommen. Im März 2010 initiierte die Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB) gemeinsam mit den Bürgermeistern der Kommunen Abtsteinach, Birkenau, Fürth, Gorxheimertal, Grasellenbach, Heppenheim, Lindenfels, Mörlenbach, Rimbach und Wald-Michelbach das interkommunale Projekt zur zukunftsorientierten Breitbandversorgung.

Nachdem kein privates Telekommunikationsunternehmen Interesse an einem Breitbandausbau Interesse hatte, haben die zehn Kommunen mit dem „Interkommunalen Breitbandnetz IKbit“ den Ausbau selbst und geschlossen in die Hand genommen. Sie haben sich ein gemeindeeigenes, flächendeckendes Glasfasernetz erstellen lassen und dies an einen Betreiber vermietet. Indem sie in den wichtigsten Standortfaktoren investiert haben, leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität und Attraktivität sowie Prosperität und Zukunftsfähigkeit der Region. Der Bedarf an schnellen Internetzugängen wächst stetig und wird durch die Digitalisierung noch gesteigert. Hochgeschwindigkeitsdatennetze werden zur unverzichtbaren sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur für Bürger und Unternehmen.

Zur Realisierung des Projektes sind die zehn Kommunen eine langfristige Kooperation eingegangen, die sie im Dezember 2011 mit einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung besiegelt haben. In der federführenden Gemeinde Fürth wurde zur gesamten Abwicklung des Projektes gleichzeitig ein Eigenbetrieb eingerichtet. Auf dieser Grundlage haben die zehn Kommunen in den Bau eines zukunftsorientierten Glasfasernetzes (Basis FTTC-Ausbau) investiert. Durch die Verpachtung des Breitbandnetzes an einen Betreiber soll die Refinanzierung der Investition innerhalb von etwa 15 Jahren erreicht werden.

Ab November 2012 wurde das Glasfasernetz durch die Firma Klenk & Sohn GmbH gebaut und bis Ende 2014 fertiggestellt. Die ENTEGA Medianet GmbH (vormals HSE Medianet GmbH) ist für den Betrieb und die Internetversorgung verantwortlich. Sie hat diesen Schritt für Schritt nach baulicher Fertigstellung in den einzelnen Kommunen übernommen. Seit Dezember 2014 ist das gesamte Netz des Interkommunalen Breitbandnetzes IKbit in allen beteiligten Kommunen im Betrieb und versorgt ca. 40.000 Haushalte und ca. 7.000 Betriebe und Unternehmen mit schnellem Internet mit bis zu 50 MBit pro Sekunde. Mit der GGEWnet GmbH konnte ein weiterer Anbieter gewonnen werden, der seinen Kunden über das Breitbandnetz schnelles Internet anbietet.

Durch die Realisierung der flächendeckenden Breitbandversorgung bieten sich nun in allen Bereichen Möglichkeiten der Entwicklung und einer Teilhabe an der Nutzung von Digitalisierung.

Derzeit wird bereits an der Weiterentwicklung des Breitbandnetzes gearbeitet, um zukünftig in der Region noch höhere Bandbreiten anbieten zu können.

Das Projekt wurde durch die Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH, die sich mit der Verbesserung der Breitbandversorgung im Kreis Bergstraße aufgrund der Bedeutung als Standortfaktor seit 2009 beschäftig und den bei der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH angesiedelten regionalen Breitbandberater, der durch das Land Hessen gefördert wird, mit initiiert, beraten und bis heute begleitet. Die Kooperation der zehn Kommunen im Breitbandprojekt IKbit stellt zudem ein vorbildliches Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit dar und wurde dafür aus Mitteln des Landes Hessen gefördert. Das Breitbandprojekt IKbit gilt als ein Modellprojekt des Landes Hessen und wurde durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung im Rahmen der Initiative „Mehr Breitband für Hessen“ begleitet und unterstützt. Als eines der ersten realisierten Projekte in Hessen diente es für andere Kommunen als Modell. Beispielsweise im Hinblick auf die Organisation, Finanzierung und zu durchlaufenden Verfahren bei der Umsetzung von Breitbandprojekten.

Weitere Informationen:
https://www.ikbit.de/
http://www.wirtschaftsregion-bergstrasse.de/Wirtschaft/Lage-Infrastruktur/Hochleistungs-Internet