Digitale Strategie der Kunsthalle Mannheim

Die Kunsthalle Mannheim ist eine der ersten Bürgersammlungen der Moderne weltweit. Mit Schlüsselwerken von Manet bis Bacon und einem singulären Skulpturenschwerpunkt entwirft und vermittelt sie seit über 100 Jahren Vorstellungen der Gegenwart. Der Avantgarde zugewandt und den Existenzfragen von heute verpflichtet, versteht sich die Kunsthalle Mannheim als faszinierender Begegnungsort zwischen Menschen aller Generationen und Kulturen. Als Ort demokratischer Öffentlichkeit verfolgt sie eine umfassende digitale Strategie, um alle zur aktiven Mitgestaltung einzuladen und sich selber stetig zu erneuern.

Projektsteckbrief

Ansprechpartner:

Heiko Daniels
Kunsthalle Mannheim
heiko.daniels@mannheim.de
kunsthalle-mannheim.de

Kernprodukte der digitalen Strategie gehen mit der Eröffnung des Neubaus im Dezember 2017 an den Start. Kulturelle Bildung, Publikumspartizipation und -emanzipation sowie die Gewinnung jüngerer Zielgruppen stehen im Zentrum der digitalen „Revolution“ der Kunsthalle Mannheim.

Damit eröffnen sich völlig neue Handlungs- und Wirkungsfelder. Neben das analoge Museum als einzigartigem, ganzheitlichen Erlebnisraum tritt das digitale Museum mit seinen unverwechselbaren, aber auch unverzichtbaren Vorteilen im Kontextualisieren von Wissen, Personalisieren, Emotionalisieren und Vergegenwärtigen sowie im Vernetzen und Vergemeinschaften. Nutzer werden zu aktiven Gestaltern und Produzenten neuer Inhalte, die Werte schöpfen, Kommunikation betreiben und Gemeinschaften bilden, an denen umgekehrt das Museum partizipieren kann. Digitale Strategie oder noch umfassender: eCulture werden integraler Bestandteil der Museumsphilosophie und des Leitbilds; sie erweitern, durchdringen, und verändern das traditionelle Aufgabenverständnis des Museums: Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellen, Vermitteln.

Anspruch dabei ist es, den digitalen Fortschritt nicht in der schieren technischen Machbarkeit zu suchen, sondern durch seinen Einsatz die Sinne der Besucher zu schärfen, zu fokussieren und zu stimulieren, um sie zum eigentlichen Ziel – zum Original – zu führen. Im Sinne eines „Crossmappings“ eignen sich digitale Werkzeuge dabei in besonderem Maße, ähnliche Anliegen unterschiedlicher Medialitäten aufzuzeigen, Reibungsflächen zu schaffen und neue Erfahrungsräume zu erschließen. In diesem Spannungsfeld sind alle Elemente der Digitalen Strategie verortet.

Innerhalb der Umsetzung der „Digitalen Strategie“ sind insbesondere die Entwicklung, Planung und Umsetzung folgender Projekte zu sehen:

  • Vorbereitung der Infrastruktur des Hauses: Bereitstellung eines starken WLAN-Netzes sowie Navigationstechnologien via iBeacons.
  • Digitalisierung, wissenschaftliche Erfassung und Beschreibung der Sammlungen der Kunsthalle Mannheim. Als Sammlung Online ist dieser Bestand auch online erfahrbar.
  • Mediaguide-App für mehrere Betriebssysteme, die es dem Besucher ermöglicht zu navigieren, Informationen zum Haus und zu Kunstwerken zu erhalten, virtuelle Führungen und Games zu erleben sowie weitere Serviceelemente wie Anbindung an Social Media oder Ticketing zu nutzen.
  • Collection Wall: Digitale Darstellung der eigenen Sammlung (inkl. zugehöriger Informationen aus der bestehenden Datenbanken) auf mehreren zusammenhängenden Bildschirmen mit Touchfunktion, um dem Besucher einen erforschenden, ästhetisch hochwertig gestalteten Zugang zur Sammlung zu gewähren.
  • Museum Orchestration Server zur Steuerung und Verbindung der digitalen Produkte sowie Bearbeitung und Pflege aller Inhalte durch ein Content Management System (CMS). Schnittstelle zwischen den digitalen Produkten und der Datenbank MuseumPlus RIA.
  • Creative Lab: Ein Schwerpunkt ist die Vermittlung der Skulpturensammlung mit multimedialen Darstellungsformen (z.B. Virtual Reality, Augmented Reality, 3D-Modelle, 3D-Druck etc.), die die Partizipation ermöglichen. Darüber hinaus kommt der Präsentation der Graphischen Sammlung mittels hochauflösendem, großem Touch-Display als „Graphiktisch“ eine hohe Bedeutung zu.
  • Persönlicher Museumkatalog: Die grundsätzliche Funktion des persönlichen Museumskatalogs ermöglicht die Zusammenstellung von selbst ausgewählten Werken aus der Sammlung der Kunsthalle Mannheim in einem digitalen Katalog. Dieser kann vom Besucher mit zusätzlichen Inhalten und mittels Layout-Templates selbst erstellt und gestaltet werden.

Die Realisierung des Gesamtprojektes „Digitale Strategie“ der Kunsthalle Mannheim wird durch eine zweckgebundene Förderung der Baden Württemberg Stiftung ermöglicht.