Projekt heiCLOUD

Ein virtuelles Rechenzentrum für die Universität Heidelberg

Vielen begegnet Cloud Computing im Alltag vor allem in Form von Speicherdiensten: Über Dropbox, OneDrive oder Google Drive lassen sich Dateien bequem sichern und auf mehreren Geräte synchron halten. Die Daten liegen dabei auf einem entfernten Server und nicht mehr auf der lokalen Festplatte oder Speicherkarte. Die Speicherung wird so zu einer reinen Dienstleistung, die man über das Internet nutzen kann.

Projektsteckbrief

Ansprechpartner:

Dr. Maximilian Hoecker
E-Mail: it-service@uni-heidelberg.de
Telefon: 06221/54 117

Neben Speicher lassen sich heute auch andere IT-Komponenten in die „Datenwolke“ verschieben und in Dienstleistungen verwandeln: der PC unterm Schreibtisch, der kleine Server im Nebenraum, selbst ganze Netzwerke von Rechnern oder gar Rechenzentren können inzwischen durch virtuelle Pendants in der Cloud ersetzt und über schnelle Datenleitungen verwendet und verwaltet werden. Diese Dienstleistung, genannt „Infrastructure as a Service“ oder kurz „IaaS“, gehört bei kommerziellen Cloud-Anbietern wie Amazon oder Google inzwischen zum Standardrepertoire.

„Infrastructure as a Service“ für Forschung und Lehre

Serverraum mit den heiCLOUD-Servern im URZ Heidelberg – Foto: Andy Lehmann

Mit dem Projekt heiCLOUD schafft das Universitätsrechenzentrum Heidelberg eine „IaaS“-Lösung für den universitären Kontext. Über die heiCLOUD werden den Mitgliedern und Angehörigen der Universität Heidelberg virtuelle IT-Ressourcen zur Verfügung gestellt, die wie entsprechende Angebote kommerzieller Anbieter genutzt werden können – mit dem großen Unterschied, dass die Daten der Cloud in den Heidelberger Maschinenräumen gespeichert werden und so vor fremden Zugriffen besonders geschützt sind. Die heiCLOUD ist als private Cloudlösung für die Universität Heidelberg konzipiert. Sie soll sicherstellen, dass die Heidelberger Forschung die Vorzüge der „Infrastructure as a Service“ nutzen kann, ohne sich Sorgen über Verbleib und Sicherheit der Daten machen zu müssen.

Interessierte User können sich mit den IT-Diensten aus der heiCLOUD in Eigenregie und ohne langwieriges Antragsverfahren selbst versorgen. Die heiCLOUD bietet den Nutzerinnen und Nutzern der Universität so eine größere Flexibilität als der Einsatz physischer IT-Infrastruktur. Über eine Weboberfläche – das Dashboard – können Ressourcen wie virtuelle Maschinen oder Speicher neu verteilt, Netzwerke neu organisiert werden. Tritt in einem Forschungs- oder Studienprojekten eine unvorhergesehene Änderung auf, lässt sich die zugrundeliegende IT somit gut an neue Bedürfnisse anpassen. Die Arbeit muss nicht unterbrochen werden, bis Umbauten durchgeführt oder bestellte Hardware-Komponenten eingetroffen sind. Für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bedeutet dies eine große Zeit- und Kostenersparnis, zudem fällt es leichter, mit verschiedenen Hardwaresettings zu experimentieren und die für die eigene Arbeit beste Konstellation zu finden.

Screenshot des Dashboards der heiCLOUD – Bild: Dr. Maximilian Hoecker

Individuelle Kontrolle über das virtuelle Rechenzentrum
Über das Dashboard können die Nutzerinnen und Nutzer ein eigenes virtuelles Rechenzentrum einrichten und betreiben. Eine Programmierschnittstelle eröffnet darüber hinaus die Möglichkeit, die Verwaltung und den laufenden Betrieb dieses Rechenzentrums zu automatisieren. Das Dashboard erlaubt es auch, die zugeteilten IT-Ressourcen über eine Projektseite zu verwalten und sie je nach Aufgabe unterschiedlich zu verteilen, je nachdem, ob gerade mehr CPU-Leistung, mehr RAM oder mehr Datenspeicher benötigt wird. Das virtuelle Netzwerk des Rechenzentrums lässt sich durch Switches, Router und die Einrichtung von Firewalls umbauen und absichern, eine Anbindung an das Internet ist optional möglich.

Die Cloud als Flexibilitätsgarant
Die Konfigurationsmöglichkeiten der heiCLOUD sind so flexibel gehalten, damit der Service den Bedürfnissen verschiedener Forschungsdisziplinen gerecht werden kann. Die Cloud wird auf Basis der der Open-Source-Software OpenStack betrieben, wodurch ein kostengünstiger Betrieb gewährleistet ist und sich der Service bei Bedarf leicht vergrößert lässt. Für das Universitätsrechenzentrum Heidelberg ist die heiCLOUD damit vor allem eine Investition in die digitalisierte Zukunft. Sie ermöglicht es, die IT-Dienstleistungen für Forschung und Lehre besser an die künftigen Bedürfnisse einer Exzellenz-Universität anzupassen.

Mehr Informationen zum Projekt: https://heicloud.uni-heidelberg.de/