Smart Production – ein starkes Netzwerk

Herausforderungen, Risiken oder die Angst vor den Veränderungen der Arbeitswelt von morgen.

Projektsteckbrief

Ansprechpartner:

Netzwerk Smart Production
c/o Stadt Mannheim, Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung
Nina Kruppenbacher / Georg Pins
Rathaus E5, 68159 Mannheim
0621 293-2815 / 0621 293-3359
nina.kruppenbacher@smartproduction.de
georg.pins@smartproduction.de
Netzwerk Smart Production
c/o Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Amt für Nahverkehr und Wirtschaftsförderung
Herr Danyel Atalay
Kurfürsten-Anlage 38-40, 69115 Heidelberg
06221 522-2166
danyel.atalay@smartproduction.de

Das bekommt Dr. Tanja Rückert immer wieder zu hören, wenn es um Digitalisierung, Vernetzung und die sogenannte Industrie 4.0 geht. „Davon habe ich genug“, unterstreicht der Executive Vice President Internet of Things und Customer Innovation bei SAP. „Die Industrie 4.0 bedeutet eine Riesenchance für die gesamte Region. Darauf müssen wir unser Augenmerk richten“, so Rückert.

Einschätzungen von Fachleuten wie dem wissenschaftlichen Sprecher der Plattform Industrie 4.0, Prof. Dr.-Ing. Reiner Anderl (TU Darmstadt) bestätigen die herausragenden Standortvoraussetzungen in der Metropolregion Rhein-Neckar für Industrie 4.0. Starke Unternehmen aus Automation, Produktionstechnik und IKT, gepaart mit wissenschaftlicher Kompetenz, träfen hier in unmittelbarer räumlicher Nähe auf einen produktionsaffinen Standort internationaler Bedeutung. Auch die IHK-Studie „Industrie 4.0 – Chancen und Perspektiven für Unternehmen der Metropolregion Rhein-Neckar“ teilt diese Sicht.

Um diese wohl einmalige Gelegenheit zur Etablierung neuer und nachhaltiger Geschäftsmodelle zu ergreifen, hat sich das „Netzwerk Smart Production“ formiert, angestoßen von der Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim. Ziel ist es, die Unternehmen der Region beim Wettrennen der Digitalisierung zu unterstützen, Potenziale zu aktivieren und zu bündeln. Mittlerweile sind 40 regionale Partner darin engagiert – vom Start-up über den produzierenden Mittelstand und drei Hochschulen bis hin zu Global Playern.

Auch Mannheim und der Rhein-Neckar-Kreis, als produktionsaffine Industrie- und IT-Standorte herausragenden Ranges ebenso stark von der Digitalisierung der Wirtschaft betroffen, sind dabei. Um das Netzwerk Smart Production noch besser managen zu können, werden die Kräfte von Stadt und Landkreis gebündelt. Landrat Stefan Dallinger begrüßt die Allianz: „Vom Ausbau der Breitbandinfrastruktur über die digitale Bildung bis zur starken Gründungsförderung und der Unterstützung ansässiger Unternehmen sind Stadt und Kreis bereits aktiv. Da ist es nur konsequent, die Aktivitäten im Bereich der Digitalisierung zu bündeln und gemeinsam die industrie- und standortentwicklungspolitischen Ziele einer Smart City beziehungsweise einer Smart County anzugehen.“

„Die Zukunft von Industrie 4.0 und damit auch Arbeit 4.0 wird dort liegen, wo Produktion und geballte IT- und Automatisierungskompetenz vor Ort sind – also hier der Metropolregion Rhein-Neckar“, erklärt Mannheims OB Dr. Peter Kurz. Für Unternehmen soll eine Basis geschaffen werden, um die wertschöpfenden Potenziale dieser Entwicklung bestmöglich zu heben – unter anderem durch Wissensallianzen und optimale Vernetzung. Eine weitere wichtige Aufgabe wird es sein, die Betriebe zu aktivieren, die bislang noch nicht auf die enormen Herausforderungen reagiert haben, um sie für die Zukunft zu rüsten.

Doch nicht nur Wissenschaft und Mittelstand werden vom Netzwerk adressiert. Auch Weltmarktführer wie ABB, Roche, SAP und EY sind darin aktiv. Hans-Georg Krabbe, Vorstandsvorsitzender von ABB Deutschland, unterstreicht: „Die Integration der Wertschöpfungsketten ist für den Standort Deutschland eine einzigartige Chance. Wir erwarten wichtige Impulse für mehr Wettbewerbsfähigkeit.“ Der Arbeitsplatz der Zukunft werde anspruchsvoll und attraktiv zugleich sein: „Je intelligenter Produkte, Maschinen und Anlagen werden, desto mehr müssen Mitarbeiter in der Lage sein, diese Technik zu beherrschen, zu steuern und zu lenken. Deshalb müssen wir die Menschen auf diesem Weg mitnehmen.“

Martin Haag, Werksleiter von Roche Diagnostics am Standort Mannheim, betont, die Teilnahme am Netzwerk Smart Production sei „ein Baustein in der Hightech-Strategie von Roche in Mannheim“ und stärke den Standort innerhalb des Konzerns. Auch wenn der offizielle Auftakt erst mit der Gründungsveranstaltung erfolgt ist: Das Netzwerk und seine Partner sind längst in konkreten Projekten aktiv. Gemeinsam mit rund 22 Projektpartnern aus dem Netzwerk realisiert Stefan Bley (Partner EY Mannheim) das Projekt „Smart Factory Demonstrator“. Darin werden die Prinzipien von Smart Production bzw. Industrie 4.0 in einem realen Produktionsprozess dargestellt und Schlüsselherausforderungen adressiert. Im Gegensatz zu anderen Demonstrator-Projekten wird ein Produktionsprozess dargestellt, der sich an dem realen Umstand orientiert, dass viele Produkte an mehreren Standorten von unabhängigen Partnern hergestellt werden. Es gibt also nicht „den“ Demonstrator, sondern mehrere dezentrale Teile des Demonstrators, die zukünftig internetbasiert integriert gesteuert werden.

Der Demonstrator richtet sich an Produktionsunternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und bildet die Neuheiten des Produktionsprozesses auf dem Weg zu Industrie 4.0 ab. „Mit der dezentralen Aufstellung hat das Projekt bereits ein Alleinstellungsmerkmal, das gezielt auf die Praxisnähe zu Produktionsunternehmen abzielt“, so Projektmanager Bley. „Besonderes Qualitätsmerkmal des Demonstrators ist, dass für jeden Teil einer Industrie-4.0-Fertigung kompetente Ansprechpartner bereitstehen, welche die interessierten Produktionsunternehmen vom ersten Schritt im eigenen Betrieb bis hin zu einer Smart Production begleiten können.“ Doch es wird nicht nur ein „smarter“ Produktionsprozess gezeigt: Das eigentliche Produkt soll ein kleiner Sensor-Würfel sein, der wiederum alle Anforderungen erfüllt, um selbst als Komponente in Industrie-4.0-Produktionsanlagen eingesetzt zu werden. Nicht nur messen und regeln wird der Würfel können, sondern ebenfalls eine Vielzahl von Daten an eine Cloud senden. Deren gezielte Auswertung soll perspektivisch helfen, Abläufe zu verbessern und Wertschöpfung zu steigern.

Text: Dennis Christmann (Dies ist eine gekürzte und aktualisierte Version eines Textes aus econo Rhein-Neckar 1/2016, http://econo-rhein-neckar.de/)

Link:
http://www.smartproduction.de/

Die Netzwerkpartner
ABB AG, Actemium Controlmatic GmbH, Axians IT Solutions GmbH, B&K-Elektronik GmbH, Binder Elektronik GmbH, business design people AG, ConnectingPeopleOnline, Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim, Ehrler CNC, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Glaub Automation & Engineering GmbH, Graduate School Rhein-Neckar gGmbH, Hilger u. Kern GmbH, Hochschule Mannheim, ioxp GmbH, JobRouter AG, KAIROS Partners on time consulting GmbH, Königsweg GmbH, mayato GmbH, MCG Management Consulting Gesellschaft mbh, MM-Automation GmbH, MVV Energie AG, neogramm GmbH & Co. KG, New Engineering GmbH, Onwerk GmbH, Pepperl+Fuchs GmbH, perfect production GmbH, Pfalzkom MAnet GmbH, Rhein-Neckar-Kreis, Roche Diagnostics GmbH, SAMA PARTNERS Business Solutions GmbH, SAP SE, Schweickert Netzwerktechnik GmbH, soffico GmbH, sovanta AG, speedikon FM AG, Stadt Mannheim, TechniData IT-Service GmbH, TÜV SÜD Industrie Service GmbH, Universität Mannheim, VSF Experts GmbH, WEITNAUER Rechtsanwälte Partnerschaft mbH, yoptino GmbH