Stadt Ludwigshafen realisiert barrierefreie Speicherinfrastruktur

Ende der Beschaffungsblockade

Wann endet die Baustelle um die Ecke? Wo ist die nächste Kita? Welche Apotheke ist in meiner Nähe?

Projektsteckbrief

Ansprechpartner:

Concat AG
Claudia E. Petrik, PR
Telefon +49 (6157) 9194-260, Mobil: +49 (172) 708 10 45
E-Mail claudia.petrik@concat.de

Ludwigshafener Bürger sind zu beneiden. Auf der Webseite ihrer Stadtverwaltung finden sie eine Fülle an Informationen, die ihnen das Leben leichter machen. Der Onlinestadtplan ist komfortabel, einfach zu benutzen und verlinkt auf Dutzende weiterführender Webseiten, zum Beispiel Gastronomie oder Krankenhäuser. Ob Radweg oder Italiener, Bebauungsplan oder Wochenmarkt: Schon mit wenigen Klicks weiß ein Besucher mehr, als Google ihm so schnell und kompakt auf einen Blick zeigen könnte.

Möglich macht dies das Geoportal der Stadtvermessung, ein Teil des Geo-Informationssystems LUgeo (GIS) der Stadtverwaltung, das in dieser Form seit 2009 existiert und ständig gewachsen ist, denn: auch Bürger, Vereine oder Interessenvertreter können Anregungen einbringen.

Das GIS gehört ebenso wie zum Beispiel die Finanzplanung zu jenen Anwendungen der Stadtverwaltung, die auf eine schnelle und flexible Speicherinfrastruktur angewiesen sind. Genau daran haperte es in der Vergangenheit, denn die Ausbaukapazität der vorhandenen Systeme war erschöpft und die Technik überholt. Dazu kommt, dass sich durch den demografischen Wandel in den kommenden Jahren der Personalkörper umbauen wird, wovon auch die IT betroffen ist.

Digitaler Wandel in der Stadtverwaltung
Lebenswichtige Grundlage der Stadtverwaltung Ludwigshafen ist das Rechenzentrum.
2.500 Mitarbeiter könnten ohne IT-Unterstützung ihre Tätigkeit schon heute nicht mehr ausüben. Und jede elektronische Information benötigt letztendlich immer einen Speicherplatz.
Die barrierefreie Teilnahme der Bürger am Online-Angebot ist fest verankert im E-Government-Masterplan, den die zentrale IT-Organisation Ende 2015 vorstellte. Ziel des Plans ist eine wirtschaftliche, zukunftsfähige Verwaltung, die Transparenz, Qualität sowie Benutzerfreundlichkeit fördert und die Attraktivität als Arbeitgeber erhöht. Wirtschaftlich heißt, dass die Stadt zur Erreichung der Ziele kosten- und qualitätsbewusst vorgeht.

Als es darum ging, die Infrastruktur für Speicher und Archiv zu erneuern, beschloss die Stadt, einen völlig neuen Weg einzuschlagen – ganz im Sinne des E-Government-Plans: Um Leistungsengpässe zu vermeiden und sich von der Fessel künftiger Beschaffungen von IT-Speicherequipment zu lösen, evaluierten die Entscheider ein komplett neues Bezugsmodell. Dieses setzt auf monatliche Bezahlung tatsächlich verbrauchter Ressourcen und Betriebsverantwortung durch einen externen Dienstleister.

Barrierefreie Speicherinfrastruktur
Seit März 2017 nutzt die Stadt ein flexibles Speichermodell auf der Basis der 3PAR-Systeme des Herstellers Hewlett Packard Enterprise. Hierbei ist Ludwigshafen nicht mehr Besitzer der Hardware, sondern deren Konsument – trotzdem befinden sich die Systeme im eigenen Rechenzentrum.

Nun kann die IT den internen Kunden Speicherkapazitäten mit hoher Servicequalität in drei Klassen bereitstellen. Hinter jeder Speicherklasse steht eine andere Geschwindigkeit und ein anderer Preis, der monatlich verrechnet wird.

Die Vorteile der neuen Bezugsart sprechen für sich: Die Stadt vermeidet Überkapazität, bezahlt nur so viel Speichervolumen, wie sie verbraucht und kann die Kosten intern auf Bereiche oder Abteilungen umlegen. Sie muss aktuell keine Ausschreibung hierfür mehr durchführen und hat sich so nicht nur finanzielle Planungssicherheit für die nächsten Jahre verschafft, sondern auch höchste Kosteneffizienz erreicht.

Ressourcen sind kurzfristig verfügbar
Ein automatisch mitwachsender Puffer von 20 Prozent gewährleistet, dass immer genügend Speicherkapazität vorhanden ist. Dadurch kann die zentrale IT Anfragen der Fachbereiche nach mehr Ressourcen auch kurzfristig erfüllen – zum Beispiel, wenn eine neue Anwendung eingeführt wird. Leistungsengpässe und Beschaffungszeiträume, die früher ab einer bestimmten Summe bis zu einem Jahr dauern konnten, gehören damit der Vergangenheit an.

Einen neuen Weg beschritt die Stadt auch bei der operativen Verantwortung. Für Bereitstellung und Betrieb der Speichersysteme sind jetzt der Hersteller und die Concat AG als externer IT-Dienstleister gemeinsam verantwortlich. Ein Servicevertrag regelt die standardisierte Überwachung der Infrastruktur rund um die Uhr und sorgt dafür, dass ein Servicemitarbeiter proaktiv eingreift, bevor ein Engpass oder eine technische Störung zu einem Hardwareausfall führen kann. Die dadurch optimierte Infrastruktur ist nun auch nachts und an Wochenenden in hohem Maß verfügbar.
Von der Modernisierung profitieren alle IT-Anwender der Stadt, die rechenintensive Anwendungen nutzen oder Daten ablegen – also praktisch jeder. Die spürbarsten Effekte der Verbesserung bemerken Mitarbeiter, die mit Datenbank-gestützten Fachverfahren zu tun haben: Die Geschwindigkeit, mit der Daten gespeichert oder bereitgestellt werden, hat sich verdoppelt bis verdreifacht. Die Fachseite nahm die Leistungssteigerung mit Freude zur Kenntnis.

Gute Basis für E-Government-Masterplan
Für den CIO Thomas Wiesler und den Leiter IT-Betrieb Bernd Gerber bedeutet der neue Weg eine spürbare Erleichterung. „Das Bezugsmodell Storage-as-a-Service hat großen Charme, da es ein hohes Maß an Flexibilität gewährt“, erklärt Thomas Wiesler. „Damit haben wir eine gute Ausgangsbasis, um künftige, speicherintensive IT-Anforderungen zu bewältigen, z. B. zur Umsetzung des E-Government-Masterplans.“
Rafael Krupa, Teamleiter Serverbetrieb, der mit seinen Kollegen hoheitlich die Modernisierung der Speicherinfrastruktur durchführte, ergänzt: „Wir können jetzt sehr genau messen, welche Applikationen wieviel Speicher benötigen und diese klar voneinander abgrenzen, so dass sie sich nicht gegenseitig ungünstig beeinflussen. Dies ist immens wichtig bei der hohen Zahl an Applikationen. „Insgesamt sind es mehr als 500 verschiedenartige Anwendungen, die wir derzeit für unsere Kunden betreiben.“

„Mit dem neuen Servicevertrag haben wir die Gefahr gebannt, dass ein System an eine kritische Grenze kommen könnte“, so das Fazit von Projektleiter Thorsten Langguth.