Standardisierung in der Industrie 4.0

Ein entscheidender Faktor für den Mittelstand

Über 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Mittelständler. Sie erwirtschaften mehr als die Hälfte der Wertschöpfung und stellen fast 60 Prozent aller Arbeitsplätze (Quelle: BMWi). Hier werden die wichtigen Innovationen und Technologien entwickelt, die maßgeblich sind für die Zukunft des Standorts.

Projektsteckbrief

Ansprechpartner:

Siegfried Eibner
proCtec GmbH
Fon +49(0)6204 738 111
s.eibner@proctec.de
http://www.proctec.de

Dieser Erfolg ist auch auf eine Spezialisierung zurückzuführen, die nicht zuletzt auf einer langen Erfahrung basiert. Viele der deutschen „Hidden Champions“ sind bereits Jahrzehnte oder länger am Markt und sind nachhaltig sowie stabil gewachsen. Doch um diese Spitzenposition halten zu können, muss sich jedes Unternehmen kontinuierlich weiterentwickeln, denn wer aufhört, besser zu werden, hört irgendwann auf, gut zu sein. Dies ist insbesondere in Zeiten des globalen Wettbewerbs enorm wichtig, um den Innovationsdruck und die gleichzeitige Forderung nach höchster Qualität erfüllen zu können. Neue Technologien spielen dabei eine große Rolle und wurden und werden je nach Nutzen in bestehende Prozesse integriert.

Mit der zunehmenden Digitalisierung ist allerdings eine Geschwindigkeit in diese technische Weiterentwicklung eingezogen, die viele Mittelständler schwindlig werden lässt. Dies beginnt bei grundsätzlichen Fragen nach den besten Lösungen für die eigenen Geschäftsprozesse und endet bei komplexen Optimierungsprozessen für die Automatisierung in der Industrie. Ein zu schnelles Investment kann für einen Mittelständler drastische (finanzielle) Folgen haben. Dabei ist der Wunsch von Unternehmen in der Produktion an die Digitalisierung recht einfach: sicher, flexibel und intuitiv soll es sein. Als Anbieter von innovativen und zukunftssicheren Automatisierungslösungen für die Prozess- und Fertigungsindustrie weiß die proCtec GmbH, dass der Weg dahin nicht immer klar vorgezeichnet ist. Ein Trend wie Industrie 4.0 kann dabei unterstützen, denn dadurch werden bereits bestehende Prozesse in Kombination mit den Möglichkeiten der Digitalisierung neu gedacht. Gleichzeitig hat durch eine gewisse Vereinfachung der Begriff schnell Karriere gemacht und ist in aller Munde, so dass das Thema weit oben auf der Agenda steht.

Mit einer solchen Manifestierung in einer Wortschöpfung gehen aber nicht nur Vorteile einher: Lange herrschte Unklarheit darüber, welche Faktoren alles in den Begriff Industrie 4.0 einfließen sollen. Der Glaube, komplexe, teilweise chaotische Produktionsprozesse in eine Begrifflichkeit zusammenzufassen weckt Begehrlichkeiten, vereinfacht und verzögert die Diskussion um ganz konkrete Herausforderungen. Aus der täglichen Praxis kann proCtec ein Lied davon singen. Eines der zentralen Aufgabenfelder des Unternehmens ist die verbesserte Kommunikation zwischen Maschinen im Produktionsprozess, um die viel zitierte Intelligenz innerhalb der Produktion zu steigern. Die Entwicklung der damit verbundenen Algorithmen gestaltet sich insbesondere dann als schwer, wenn die Maschinenplattformen unterschiedliche Sprachen sprechen. Der Grund dafür ist schnell gefunden: jeder Anbieter von Leitstrukturen möchte verständlicherweise ein großes Stück vom lukrativen Industrie4.0-Kuchen haben. Die Folge ist ein Angebot an verschiedenen Software-Plattformen, die untereinander schwer kommunizieren können. Dies wäre vertretbar, wenn innovativen Mittelständlern beispielweise in Form eines Compilers ein Werkzeug an die Hand gegeben wird, mit dem sich die babylonischen Zustände besser umgehen ließen. Angedachte Pläne in diese Richtung wurden aber bedauerlicherweise nie vollständig umgesetzt.

Der Mittelstand erkennt daher – wie ihm gelegentlich gegenteilig vorgeworfen wird – sehr wohl das Potenzial von Industrie 4.0. Vielmehr sind diese spezialisierten Champions darauf angewiesen, dass sie durch einen pragmatischeren und aus Kundensicht gedachten Standardisierungsprozess dieses Potenzial für sich auch nutzen können. Hier stehen auch die politischen Entscheider in der Verantwortung, dies im Sinne der Stütze des Standorts zu fördern.